Test: DBPOWER EX5000 WIFI Actioncam mit 2″ Display und Zubehör, ein GoPro Killer?

Im Folgenden meine recht umfangreiche Rezension zur DBPOWER EX5000 WIFI Actioncamera. Lasst euch durch die Länge nicht abschrecken, ich wollte euch einfach nur möglichst viele Informationen zur Kamera liefern, wie ich kann. Ich hoffe, dass ich auch möglichst zeitnah ein paar Beispielaufnahmen nachliefern kann. Die nächsten Tage bin ich aber erstmal unterwegs.

Videoauflösungen, Bildraten und Einstellungen

dbpower-ex5000_wifi-action-cam-fhd-28Canon EOS 600D (50mm, f/4.5, 1/60 sec, ISO800)
Videos lassen sich höchstens in 1080P (1920×1080 Pixel) bei 30 FPS aufzeichnen. Im Videomodus stehen einem daneben aber auch die Auflösungen 720P (1280×720 Pixel, WVGA (848×480 Pixel) und VGA (640×480 Pixel) zur Verfügung.

Leider kann man aber lediglich bei 720P neben den üblichen 30 FPS auch 60 FPS einstellen. Hohe Bildwiederholungsfrequenzen von 60 FPS und mehr und höhere Auflösungen als FullHD sind leider immer noch nahezu ausschließlich den GoPro Action Cams vorbehalten. Dabei wären diese genau das Feature, was eine Action Cam am dringendsten benötigt um actiongeladene Momente in ansprechender Qualität aufzeichnen zu können und aus diesen in der Nachbearbeitung auch Zeitlupenaufnahmen zu fertigen. Bei der EX5000 kann man lediglich bei 720P 60 FPS entsprechend um 50% verlangsamen, wenn man die 60 FPS an eine 30 FPS Sequenz angleicht. Aktuelle GoPros haben da einen wesentlich größeren Spielraum aber kosten auch umso mehr.

Die Kamera speichert die Videos mit dem H.264 Codec in einem .mov Container. Die Videos haben eine Bitrate von etwa 12 Megabit pro Sekunde.

Einstellbarer ISO-Wert und Bildrauschen

Man braucht allerdings eine gute Beleuchtung, um gute Aufnahmen erzielen zu können. Denn die Kamera funktioniert mit einem einstellbaren ISO Wert von bis zu 400 sogar bei sehr schlechten Lichtverhältnissen überraschend gut, im gleichen Maß steigt aber auch das Bildrauschen sehr stark. Bei sich ändernden Lichtverhältnissen sollte man vielleicht manuelle Einstellungen vornehmen, damit die Kamera nicht zu stark nachreguliert, was zwar hilfreich sein kann, aber für unschöne Belichtungsstufen sorgt.

Bis zu 14 MP Fotos

dbpower-ex5000_wifi-action-cam-fhd-8Canon EOS 600D (50mm, f/4.5, 1/60 sec, ISO800)
Fotos können wiederum dank des eingebauten 14 MP CMOS Sensors mit einer Auflösung von bis zu 14 MP (4320×3240 Pixel) aufgenommen werden. Weiter Auflösungen betragen 12 MP (4032×3024 Pixel), 10 MP (3648×2746 Pixel), 8 MP (3264×2448 Pixel), 5 MP (2592×1944 Pixel), 3 MP (2048×1536 Pixel), 2MHD (1920×1080), VGA (640×480 Pixel) und 1.3 MP (1280×960 Pixel) zur Verfügung.

Man kann zwischen drei Qualitätsstufen wählen (Fein / Normal / Sparsam). Die Bilder sind aufgrund der kleinen Sensorfläche aber alles andere als schön anzusehen. Da kann man mit aktuellen Smartphones bessere Ergebnisse erzielen. Für gelegentliche Schnappschüsse kann es aber ausreichen.

Im Allgemeinen ist die Bildqualität sehr gut. Für meinen Geschmack wird ein bisschen zu stark geschärft und Lichtquellen sehen teilweise ein bisschen unschön aus und das Bildrauschen ist wie gesagt in dunkler Umgebung sehr präsent. Unter guten Bedingungen sind die Aufnahmen aber durchaus brauchbar. Man kann sie aber selbstverständlich schlecht mit aktuellen GoPros vergleichen, die fast 5 mal so viel kosten.

Als Einsteigermodell und vor allem für rund 90€ ist die EX5000 sehr gut.

Timer und Zeitraffer Funktionen

Besonders interessant finde ich die Timerfunktion für Bilder (unter dem Menüpunkt „Aufnahme-modus“). Hiermit lässt sich eine lange Bildfolge aufnehmen und in einem Schnittprogramm zu einer ansehnlichen Zeitraffer Aufnahme zusammenfügen. Man kann Timer von 3 / 5 / 10 / 20 Sekunden Länge einstellen. Da die einzelnen Bilder eine Auflösung von bis zu 14 MP (4320×3240 Pixel) haben, lässt sich sogar ein 4K 16:9 (4096 × 2160 Pixel) Video daraus erstellen.

Mit dem beiliegenden Zubehör lässt sich die Kamera an einen Rucksack montieren.

Canon EOS 600D (50mm, f/4.5, 1/60 sec, ISO800)
Mit dem beiliegenden Zubehör lässt sich die Kamera an einen Rucksack montieren.

Alternativ besitzt die Kamera aber auch einen Zeitraffer Modus für Videos (mit 1 / 2 / 5 / 10 / 30 / 60 Sekunden Abstand zwischen den Einzelbildern). Dort lassen sich wiederum Zeitraffer Aufnahmen direkt in der Kamera anfertigen, was den Vorteil hat, dass man diese direkt teilen und verwenden kann, ohne nach-bearbeiten zu müssen.

Ich bevorzuge aber die Aufnahme von einzelnen Bildern, da man aufgrund Parametern wie der höheren Auflösung in der Nachbearbeitung eben noch mehr nachbessern kann, als wenn bereits ein Zeitraffer Video vorliegt. Ein Timer oder Zeitraffer Modus ist bei einigen günstigen Action Cams nicht an Board, weshalb es mich freut, dass die EX5000 das kann.

Für lange Zeitraffer Aufnahmen kann ich euch übrigens nur empfehlen eine Powerbank und ein micro-USB Kabel mitzunehmen. So kann man problemlos über mehrere Stunden Zeitraffer Aufnahmen anfertigen, ohne dass der Akku der Kamera schlapp macht.

Die EX5000 als Dashcam verwenden

Daneben gibt es auch die Möglichkeit, die Kamera als Dashcam zu verwenden. Dazu lässt sich in den Einstellungen der Modus „Zyklische Record“ einschalten und auf 3, 5 oder 10 Minuten Länge festsetzen. Die Kamera nimmt dann permanent auf, speichert aber bei Abbruch nur einen Videoclip der eingestellten Länge. Ein weiterer Modus ist die Bewegungserkennung („Movement Detection“), welche Videoclips startet, sobald die Kamera eine Bewegung im Bild wahrnimmt. Diese Option habe ich aber nicht getestet.

Actioncam auch als Webcam verwendbar

Die Kamera lässt sich an einem PC auch als Webcam verwenden. Schließt man die Kamera an einen PC an, kann man zwischen Massenspeicher und PC-Kamera auswählen. An meinem Windows 10 Rechner wurde die Kamera auch sofort als „J1455“ erkannt, ohne dass ich irgendwelche Treiber installieren musste. Die Kamera lässt sich also auch bequem innerhalb von OBS Studio nutzen. Mit der 170° Linse ist das Bild allerdings sehr weit-winkelig, weshalb man damit fast den ganzen Raum hinter sich mit abgebildet bekommt. Als Massenspeicher angeschlossen kann man sehr bequem die gemachten Bilder und Videos auf den PC übertragen ohne auf ein SD-Karten Lesegerät zurückgreifen zu müssen.

Steuerung per 2″ Display und WIFI möglich

dbpower-ex5000_wifi-action-cam-fhd-23Canon EOS 600D (35mm, f/4.5, 1/60 sec, ISO800)
Die Kamera lässt sich auch über WIFI mit einem Smartphone oder Tablet fernsteuern und einstellen. Dazu habe ich unter Android die App „Finalcam“ installiert, welche die Kamera auf Anhieb gefunden hat. Die Standard SSID und das Standard Passwort lassen sich innerhalb des Kamera Menüs einsehen und über die App ändern. Wifi lässt sich aktivieren, sobald man im Video Modus auf die Hoch-Taste klickt und ebenso wieder abschalten. Man muss bedenken, dass sich der Akku mit eingeschaltetem Wifi schneller leert, ansonsten ist das aber eine nette Zusatz-Funktion, die ich gerne verwende.

Weitere manuelle Einstellungen

Die Kamera bietet ein paar manuelle Einstellungen, die ich zum Teil bereits angesprochen habe. Neben dem ISO Wert (100-400) lässt sich beispielsweise auch ein HDR Modus einschalten, der den Dynamikumfang ein bisschen anheben können soll. Im Test führte das auch dazu, dass der Himmel ein wenig dunkler, im Übergang aber ein wenig verwaschen aussieht. Sonst lässt sich auch der Whitebalance einstellen (AWB / Sonnig / Wolkig / Kunstlicht / Neonlicht), man kann Farbeinstellungen vornehmen (Farbe / Sepia / Schwarz-Weiß) und man kann auch die Belichtung in Drittel-werten um bis zu +-2 anpassen. Mit den richtigen Einstellungen kann man ein wenig an Bildqualität gewinnen, man ist aber eher an die Umgebungsvoraussetzungen gebunden.

Lieferumfang und beiliegendes Zubehör

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Canon EOS 600D (28mm, f/4.5, 1/60 sec, ISO800)
Hier das beiliegende Actioncam Zubehör in der Übersicht.

Im Lieferumfang befindet sich neben der Kamera und dem Unterwassergehäuse auch ein kleines Zubehörpaket mit ein paar wichtigen Teilen. Dazu zählen unter anderem auch ein Ersatz-Akku (900 mAh 3.7V), ein zweites Gehäuse mit einem hinzufügbaren Clip (womit man die Kamera beispielsweise ein einen Rucksack Riemen befestigen kann), Kabelbinder, eine Fahrradhalterung und sowie einige Adapterstücke und Klebepads. Zum Aufladen ist auch ein Micro-USB Kabel enthalten, ein USB Netzstecker fehlt allerdings.

Vergleich zur DBPOWER SJ4000

Ich habe hier auf meinen Blog in der Vergangenheit mit der SJ4000 ja schon einmal eine Actioncam von DBPOWER getestet.

EX5000 vs SJ4000 / EX4000

dbpower-ex5000_wifi-action-cam-fhd-43Canon EOS 600D (50mm, f/4.5, 1/60 sec, ISO800)
Da sich die beiden Actioncams auch sehr ähnlich sind, liegt ein Vergleich nahe. Schaut man sich die EX5000 und die SJ4000 einmal im direkten Vergleich an, sehen diese nahezu identisch aus und haben auch die gleichen Maße. Der offensichtlichste Unterschied ist optisch die unterschiedliche Displaygröße (1,5″ gegen 2″), welche auf dem Papier gering wirkt, bei der Beurteilung des weitwinkligen Bildes der Kamera aber echt ein Gewinn ist. Daneben sind die Knöpfe der EX5000 aber auch ein wenig flacher und haben gefühlt einen besseren Druckpunkt.

Sensor, WIFI

dbpower-ex5000_wifi-action-cam-fhd-41Canon EOS 600D (50mm, f/4.5, 1/60 sec, ISO800)
Weitere Unterschiede lassen sich nur im technischen Vergleich feststellen. So hat die EX5000 einen besseren Sensor eingebaut, welcher höher auflöst (12 MP der SJ4000 gegen die 14 MP der EX5000), und verfügt eben über ein WIFI Modul, welches das Basismodell der SJ4000 nicht eingebaut hat.

Die Bild- und Videoqualität ist allerdings nahezu gleichauf, auch wenn ich hier bislang keinen direkten Vergleich angefertigt habe. Die anderen beschriebenen Funktionen waren aber auch bereits in der SJ4000 integriert. Einzig die Software wirkt etwas aufpoliert, bis auf die Zeitraffer Video Funktion konnte ich aber keine neuen Funktionen ausmachen.

Preislich liegt die SJ4000 momentan bei rund 60€ für das Basis Modell, beziehungsweise 80€ für die aktualisierte WIFI Version der Kamera. Die EX5000 liegt bei etwa 90€, weshalb ich entweder zur EX5000 raten würde – oder eben der günstigeren SJ4000 wenn man auf die genannten Zusätze verzichten kann.

Auf der Produktseite der EX5000 werden übrigens die SJ4000 Modelle als EX4000 aufgeführt.

DBPOWER EX5000 Bildergalerie

Mein Fazit zur EX5000

Mit der DBPOWER EX5000 bekommt man eine sehr preiswerte Actioncam mit einigen Stärken, aber auch Schwächen. Sie ist definitiv kein „GoPro-Killer“, aber eine besonders günstige Alternative im Einsteiger-Segment.
Mit den unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten wie für Zeitraffer Aufnahmen, als Dashcam oder auch als Webcam am PC und dem großen Display, womit sich alle Einstellungen sehr fix und angenehm vornehmen lassen, kann ich die Action Cam jedenfalls nur empfehlen.
Sie eignet sich insbesondere für Einsteiger oder als komfortable Zweitkamera. Man sollte eben nur nicht die Qualität einer GoPro erwarten.

Empfohlenes Actioncam Zubehör

  • eine micro-SD-Speicherkarte: Zum Betrieb wird eine microSD-Karte (mindestens Class 6) benötigt. Bei den aktuellen Preisen kann man aber auch gleich zu einer Class 10 Speicherkarte greifen. Die Kamera unterstützt laut Hersteller bis zu 32GB.
  • ein micro-HDMI Kabel, mit dem man die Kamera an einen Fernseher anschließen kann.
  • Zubehör Sets oder eine Transporttasche. Der Kamera liegt zwar bereits einiges an nützlichem Zubehör bei, zusätzliche Mounts und andere Zubehörteile wie Anti-Fog-Inserts (besonders für Unterwasseraufnahmen) können aber sehr praktisch sein.

Jens Jakob

Autor, Fotograf, Videoproduzent... und mehr - oder weniger. Ich mache, worauf ich Lust habe. Auf lichtbahn.de schreibe ich über eben solche vielseitige Themen, was mich interessiert, was ich mache und was mich antreibt. Viel Spaß beim Lesen!

Ein Kommentar:

  1. Sehr schöner und ausführlicher Testbericht. Danke dafür.
    Ich habe seit einem Jahr die SJ4000 Wifi im Einsatz und benötige jetzt noch eine weitere Actioncam. Die DB Power EX5000 Wifi scheint eine gute Alternative zu sein – werde ich mir wahrscheinlich mal bestellen und testen.

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