Review: K&F Concept CM-500 Shotgun Mikrofon für DSLRs

Guter Ton ist wichtig. In diesem Review wollen wir uns mit dem K&F Concept CM-500 ein besonders günstiges Einsteigermodell ansehen, welches zum Filmen mit Spiegelreflexkameras (DSLRs) ausgelegt ist und genau diesen liefern soll. Es ist kompatibel mit allen Kameras, welche über einen Blitzschuh-Mount und einen 3,5 mm Mikrofon-Eingang verfügen. In meinem Fall habe ich das Mikrofon mit einer Canon EOS 600D verwendet. Preislich ist das Mikrofon gerade bei etwa 33€ angesiedelt – geht da was?

k&f-concept_cm-500_dslr-mikrofon-1Canon EOS 600D (38mm, f/2.8, 1/50 sec, ISO400)
Bevor wir uns näher mit dem Produkt beschäftigen habt ihr im Folgenden erstmal eine kurze Zusammenfassung der Spezifikationen des Produkts.

Spezifikationen des K&F CM-500

Typ: Elektretmikrofon
Nierenform, 50 Hz – 16 kHz Frequenzbereich
Empfindlichketsboost: +10 dB ± 2 dB
Empfindlichkeit: -37 dB ± 3 dB (0 dB = 1 V/Pa bei 1 kHz)
Äquivalenter Schallpegel: 24 dB A
SPL: 130 dB (THD ≤ 1.5% bei 1 kHz)
Ausgangswiderstand: 200 Ω ± 30% (bei 1 kHz)
Kanal: Mono
Betriebsspannung: CR 2032 Knopfzelle
Energieverbrauch: ≤ 4 mA (Lebensdauer bis zu 50-60 Stunden)

Verarbeitung

k&f-concept_cm-500_dslr-mikrofon-6Canon EOS 600D (50mm, f/3.5, 1/50 sec, ISO400)
Der erste Eindruck, den das CM-500 hinterlässt, ist ausgesprochen gut. Der obere Teil des Mikrofons ist aus Aluminum gefertigt, die untere „Box“ und die Blitzschuhhalterung wiederum aber aus einfachem Kunststoff. Die Mikrofonhalterung scheint auch ein wenig gedämpft zu sein, was verhindern sollte, dass man Tastendrücke an der Kamera in der Aufnahme als Geräusch wahrnehmen kann.

Auf der Unterseite befindet sich ein 3/8″ Gewinde, mit dem man das Mikrofon auch auf einem Mikrofonstativ oder einer Tonangel verwenden kann. Hier ist es etwas schade, dass das Gewinde aus Kunststoff besteht. Das Mikrofon ist aber ohnehin eher auf die Verwendung auf der Kamera konzipiert, von daher ist das nicht so wichtig.

Lieferumfang

k&f-concept_cm-500_dslr-mikrofon-3

Canon EOS 600D (25mm, f/2.8, 1/50 sec, ISO400)
Das Mikrofon wird in diesem Karton geliefert.

Im Lieferumfang ist neben dem Mikrofon noch ein Daten- und Anleitungsblatt (in Englisch, Chinesisch), eine CR 2032 Batterie und ein Schaumstoff Windschutz. Durch die Schaumstoff-Einlage der Verpackung lässt sich diese hervorragend zum Verstauen des Mikrofons nutzen.

Der beiliegende Windschutz aus Schaumstoff kann dabei helfen, ungewünschte Geräusche bei den Aufnahmen zu reduzieren. Ein Vorteil, den das Mikrofon gegenüber dem integrierten Mikrofon einer DSLR hat.

Tonqualität und Eignung des CM-500

Die Tonqualität ist eine Sache für sich. Man muss sagen, dass die Aufnahmen des Mikrofons ein erkennbares Rauschen beinhalten, was aber tatsächlich zu einem großen Teil auch dem niedrigen Eingangspegel der Kamera geschuldet ist. Selbst teurere und wirklich teure Mikrofone sind davon nicht verschont. Abhilfe schafft da nur ein externer Recorder.

Und aus nächster Nähe muss ich sagen, dass mir in der Rohfassung der Ton des internen Mikrofons meiner Canon EOS 600D eher gefallen hat, als das CM-500. Das soll nicht heißen, dass dieses schlecht sei. Es kann aber auf die kurze Distanz seine Stärken nicht ausspielen.

Denn wo das Mikrofon wirklich glänzen kann ist beim Einsatz im Außenbereich und mittlerer Entfernung. Während das integrierte Mikrofon meiner Kamera Umgebungsgeräusche (wie Verkehrslärm) und aufgenommene Stimme wild vermengt, kann man mit dem CM-500 durch seine starke Richtwirkung die aufgenommene Stimme wesentlich besser von der Umgebung unterscheiden.

An Einstellungsmöglichkeiten gibt es nur An / 0 dB und einen Boost +10 dB zur Verwendung aus größerer Entfernung. Ein Low-Cut Filter ist nicht integriert. Andere Mikrofone bieten da gegebenenfalls mehr. Mit den Kamerainternen Einstellungsmöglichkeiten und nachträglicher Optimierung im Schnitt kommt man aber in jedem Fall auf akzeptable Ergebnisse. Betrieben wird das Mikrofon mit einer CR 2023 (im Lieferumfang enthalten), welche für 60 Stunden Betriebszeit reichen soll.

Bildergalerie zum CM-500

Der perfekte Klang für meine Zwecke?

Auch wenn ich an dieser Stelle keine umfassende Kaufberatung liefern kann, möchte ich ein bisschen auf ein paar Grundsätze eingehen, die es beim Kauf eines Mikrofons für Videozwecke zu beachten gilt und auch ein paar Alternativen aufzeigen. Generell gilt aber: Guter Ton ist teuer.

Lavalier Mikrofone

In den meisten Fällen, vor allem wenn man einzelne Personen in einem lauten Umfeld filmen möchte, ist eher die Verwendung eines Ansteck-Mikrofons – sogenannten Lavalier Mikrofonen – ratsam. Durch die geringeren Abstand zur Tonquelle, die man aufnehmen möchte, kommt man mit einer geringeren Verstärkung aus. Aufnahmen sind also alleine durch die geringere Distanz wesentlich rauschärmer und Hintergrundgeräusche leiser als die aufzunehmende Person. Darüber hinaus bleibt auch der Ton stets auf einem gleichen Level, sollte sich die Person einmal bewegen.

Ein preiswerter Einstieg wäre hier das Rode smartLav+ Lavalier-Mikrofon für Smartphone/Tablet für rund 60€, mit dem man sein Smartphone als Recorder verwenden kann. Der Ton lässt sich nachträglich dann mit dem Video (anhand der Spitzen sogar recht simpel) synchronisieren.

Externe Field Recorder

Persönlich verwende ich den Zoom H6 Field Recorder, um wirklich hochqualitative Ton-Aufnahmen beim Filmen mit der DSLR erreichen zu können. Dieser liegt preislich mit rund 400€ aber in einer komplett anderen Liga und muss je nach Anwendung auch noch um weitere Mikrofone und Zubehör ergänzt werden.

Das besondere an solchen Field Recordern ist, dass sie meistens auch mehrere XLR Eingänge bieten, an die man verschiedenste Arten von Mikrofonen anschließen kann. So ist man für jede Situation bestens vorbereitet.

Video Shotgun Mikrofone

k&f-concept_cm-500_dslr-mikrofon-10Canon EOS 600D (50mm, f/3.5, 1/50 sec, ISO400)
Shotgun Mikrofone wie das CM-500 oder auch die beliebten Modelle von Røde (VidMic GO – rund 60€, Video Mic Pro – rund 100€) bieten noch einen vergleichsweise günstigen Einstieg bei einem recht flexiblen Anwendungsbereich (breites Feld, das aufgenommen werden kann).

Aber wie bereits erwähnt, sind die alle sehr rausch-anfällig, was auf zunehmender Distanz auch schlimmer wird. Sie sind preiswerte Einsteigermodelle – mehr nicht. Bei den Rode Mikrofonen ist der Audio-Qualität geringfügig besser und man bekommt hochwertigeres Zubehör an die Hand – meiner Meinung nach rechtfertigt das den hohen Aufpreis aber nicht, was das CM-500 meiner Meinung nach zu einem sehr attraktiven Einsteigermodell macht.

Wer wirklich hochwertige Aufnahmen erzielen möchte, muss ohnehin weit mehr als das ausgeben und wird auch nicht mit einem „Video Mic“ zufrieden sein.

Mein Fazit

Das CM-500 ist ein günstiges Einsteigermodell und kann den aufgenommen Ton etwas verbessern. Man sollte nur mit den richtigen Erwartungen an die Sache gehen und die richtigen Einstellungen wählen.

Bei einer DSLR ist der Gewinn gegenüber zum internen Mikrofon in einem ruhigen Gebäude eher gering, für Aufnahmen im Freien / lauterer Umgebung aber umso größer! Bei Camcordern könnte es einen noch größeren Zugewinn geben. Mit rund 30€ wahrscheinlich die günstigste und effektivste Möglichkeit zu besseren Aufnahmen.

Hinweis: Ich habe das Produkt kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, was jedoch keinen Einfluss auf den Ausgang meiner Rezension hat.

Jens Jakob

Autor, Fotograf, Videoproduzent... und mehr - oder weniger. Ich mache, worauf ich Lust habe. Auf lichtbahn.de schreibe ich über eben solche vielseitige Themen, was mich interessiert, was ich mache und was mich antreibt. Viel Spaß beim Lesen!

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