Ambilight nachbauen / Fernseher nachrüsten

Hier nun der eher allgemeine Artikel zum Amblight Clone, den man sich mit wenigen Komponenten ziemlich einfach und günstig zusammenstellen kann. In diesem Artikel soll es nun auch vor allem darum gehen, was man dafür benötigt. Ich unterscheide zwischen zwei Versionen, die ich nachfolgend vorstellen möchte.

Raspberry Pi.. und was? Varianten

Das Kernstück der ganzen Sache ist ein Raspberry Pi. Das ist ein kleiner Einplatinen-Computer, der zwar mit seinem 700 Mhz ARM11-Prozessor und 512 MB RAM nicht sonderlich leistungsstark ist, aber dafür umso günstiger (~35€). Er eignet sich für unsere Zwecke hervorragend, weil die Leistung trotzdem ausreicht, um FullHD-Videos ohne Probleme wiedergeben zu können. Auch bei der gleichzeitigen Berechnung für Hyperion wird er nicht überfordert. Auf der anderen Seite ist der Stromverbrauch des kleinen Geräts sehr gering, er macht durch eine passive Kühlung und Flashspeicher keine Geräusche und ist durch eine vielfältige Auswahl an zusätzlichen Anschlussmöglichkeiten wie die GPIO-Pins einfach erweiterbar. Diese Eigenschaften machen ihn zum besseren HTPC.

Eins der ersten Bilder, wirkt in echt aber besser.

D6603 (4.6mm, f/2, 1/16 sec, ISO3200)
Eins der ersten Bilder, wirkt in echt aber besser.

Alleine kann der Rpi aber noch nicht, was wir uns vorstellen. So könnte das ganze erstmal aussehen (Test YouTube Video wurde per Smartphone an Rpi gesendet):

Zunächst wollen wir aber auch erstmal klären, was das überhaupt ist, was wir uns vorstellen und Möglichkeiten darstellen.

Version 1: RaspBMC mit Hyperion für YouTube, eigene Filme und co

Diese Version umfasst das Minimum dessen, was wir benötigen, um die Grundfunktionen eines Amiblight Clones zusammen mit einem Vernünftigen Medienclient zur Wiedergabe von Musik, Filmen, YouTube Videos und vielem mehr am heimischen Fernseher nutzen zu können. Man kann auf lokale Filme und ähnliches von USB Sticks, SD Karte oder dem Heimnetzwerk zurückgreifen und diverse Medien vom Smartphone oder Online-Diensten wie YouTube streamen. Somit hat man schon mal viele Dinge, die man mit der Beleuchtung genießen kann. In dieser Version ist es aber nicht möglich, diesen Effekt auch auf einen BlueRay-Player, Konsolen, Reciever oder anderen HDMI-fähigen Geräten zu verwenden.

Version 2: Hyperion mit jeder HDMI Quelle

Die zweite Variante umfasst die selben Komponenten wie die erste, daneben aber noch ein paar mehr. Daher ist sie auch teurer, aber ermöglicht es, jede gängige HDMI Quelle zusammen mit Hyperion und somit diesem Ambilight-Effekt nutzen zu können. Man kann demnach auch erst die erste Version verwenden und später bei Bedarf upgraden. Man könnte diese zweite Variante aber auch ohne RaspBMC nutzen. In dem Fall würde bei einer Raspbian Installation mit Hyperion eben nur der Effekt in Kombination mit HDMI Quellen funktionieren.

Hier die Einkaufsliste für Hyperion

Sieht erstmal nach viel aus, ist aber überschaubar. Einige Dinge gibt es bei Versand aus China sicherlich noch mal einen Teil günstiger, wenn man auf den richtigen Seiten sucht, der Versand dauert dann aber auch gerne mal 30 Tage oder länger.

Preisrahmen ca. bei ~95€, wenn man noch keinen Raspberry Pi hat.

  • Raspberry Pi Modell B (38€) oder Modell B+ (34€)
  • WLAN Stick wie dieser (oder natürlich LAN Anbindung)
  • z.B. eine 16 GB class 10 SDHC  (10€)
  • WS2801 LED-Ketten (50x für 41€ – bis ~42″) oder WS2801 Stripes
    Die Ketten lassen sich leichter anbringen (ohne Löten), dafür haften die Stripes besser. Die Wahl ist euch überlassen, sollten aber die WS2801 sein. Am besten mit 5V, gibt’s nämlich auch z.B. mit 12V. Aufpassen. Wäre nicht schlimm, aber ihr bräuchtet dann z.B. auch ein 12V Netzteil.
  • Jeweils ein Netzteil für
    • den Rpi (mind. 5V 1A),
    • die LEDs (mind. 5V 2A*)
      • (*=) Habe so eins für einer 50er Kette, 2A sollten eigentlich zu wenig sein, funktioniert aber tadellos. Kauft zur Sicherheit eins mit mehr Ampere. Erst recht, wenn ihr den Rpi ebenfalls dran hängen wollt.
    • oder für beides eins (mind. 5V 3A*?). Wenn 5V LEDs vorhanden sind, können sich diese und der Rpi die Stromzufuhr teilen.
  • Einen weiblichen Stromadapter wie diesen für 2,29€
  • Ein paar Jumperkabel (40x M-F hier für 2,59€, 40x M-M hier für 2,29€, 40x F-F hier für 1,50€)
    Je nach Verkabelung ist es gut, ein paar Female to Male sowie Male to Male zu besitzen, wenn man reine Steckverbindungen nutzen möchte (= kein Löten). Ich verwende auch einen dieser Schnellverbinder (10x für 2,09€) und habe mir damit ein schönes Verbindungskabel gebastelt.
  • evtl. noch so ein Kühlset für 3,99€
  • plus was zum Befestigen der LEDs am Fernseher

Die Erweiterung auf Version 2:

  • Videograbber mit passendem Chipsatz
  • HDMI Splitter 1×2
  • HDMI2AV Konverter

Und wo ist die Anleitung?

Die gibt es – oder folgt in Teilen erst – hier auf meinem Blog. Dazu einfach mal diese Kategorie im Auge behalten. Sonst gibt es zu dem Thema mittlerweile aber auch massig andere Webseiten, wo man sich auch speziell zu den einzelnen Abschnitten und Varianten einlesen kann. Fragen gerne gesehen.

Jens Jakob

Autor, Fotograf, Videoproduzent... und mehr - oder weniger. Ich mache, worauf ich Lust habe. Auf lichtbahn.de schreibe ich über eben solche vielseitige Themen, was mich interessiert, was ich mache und was mich antreibt. Viel Spaß beim Lesen!

3 Kommentare:

  1. Hallo,

    schonmal danke für die bisherige Erklärung und die verlinkte Einkaufsliste. Ich suche speziell eine Anleitung für ein Ambilight ohne dabei Löten zu müssen. Deine verlinkten Kabel und Kabeladapter klingen interessant. Ich würde mich freuen wenn du mir erklären könntest, welche Kabel und Adapter du wo und wie genau eingesetzt hast :-). Ich habe eine WS2801 LED-Kette zur Verfügung und stehe nun vor der Verkabelung vom PI3 und vom Netzteil zur LED-Kette.

    Danke!
    Viele Grüße
    Marcus

    • Hallo Marcus,
      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Hier siehst du mein Konstrukt: http://lichtbahn.de/files/stecker_ambilight_raspberrypi.JPG

      Welches übrigens nicht farbkodiert ist, ich hoffe ich verwirre dich damit nicht zu sehr. Der Stecker ist ein einfacher Schnellverbinder für 5050 LED Stripes – welcher, wie du siehst, meine Kabel genauso gut miteinander verbindet.

      Das rote Kabel hängt am Pi an GND (z.B. Pin 6 oder 25) – steckt im Schnellverbinder aber als gelbes Kabel.. Die stecken hinter dem Schrank zur Verlängerung ineinander, sieht man auf dem Bild nicht (!). Das andere rote Kabel ist vom Netzteil zur Stromversorgung.

      Das Grüne Kabel steckt an Pin 23 (SPI0 SCLK / GPIO 11) und das Blaue an Pin 19 (SPI0 MOSI / GPIO 10). Die beiden sind für die Steuerung der LED Kette verantwortlich.

      Das gelbe GND Kabel ist mit dem weißen GND Kabel des Netzteils zusammengesteckt. Wenn man das nicht macht und die LED Kette nur am Netzteil angeschlossen ist, kommt es beim Betrieb zu einem unangenehmen Flackern.

      Ich hoffe dir helfen die Angaben weiterhelfen und wünsche dir viel Spaß bei dem Projekt!

      -Jens

      • Hi Jens,

        schonmal danke für die Antwort und für das Bild. Welche Art von Kabel hast du benutzt, um die LED-Kette mit dem Netzteil zu verbinden? Die dünnen Jumberkabel? Und dann habe ich noch eine weitere Frage … Ich habe nun eine LED-Kette (nicht Leiste) mit 50 LEDs bestellt und dazu ein Netzteil mit 5V und 6A. Für eine LED-Kette ist das wohl ausreichend. Was passiert, wenn ich nun eine zweite LED-Kette mit 50 LEDs anfüge? Reicht das Netzteil dafür auch?

        Danke!
        Gruß Marcus

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